
Die Uhrenfabrik Kienzle in Schwenningen hatte seit Ende der 1920er Jahre Stil-Uhren im Angebot. Diese Luxusuhren sollten hochgestellten Ansprüchen an Design und Qualität entsprechen. Manche dieser Uhrenentwürfe gelten heute als zeitlos.
Ein Beitrag von Matthias Hüttlin
Die Uhrenfabrik Kienzle

Kienzle in Schwenningen gehörte zu den größten Uhrenfabriken Deutschlands. In den 1930er Jahren produzierte die Fabrik mit 3500 Angestellten bis zu 3 000 000 Uhren im Jahr. 1962 erzielte Kienzle den Produktionsrekord von 7 000 000 produzierten Uhren und Uhrwerken. Nach vielen Jahren in schwieriger wirtschaftlicher Lage wurde 1996 der Konkursantrag gestellt.
Die Stil-Uhr

Das Angebot von Kienzle umfasste Großuhren (Standuhren, Wanduhren, Wecker) und Kleinuhren (Taschenuhren, Armbanduhren). Ab 1928-1929 lässt sich belegen, dass Kienzle neben den gewöhnlichen Uhren eine Edellinie einführte, die sogenannten Stil-Uhren. Diese Luxusuhren zeichneten sich durch ihr Design, den Einsatz edler Materialien und die hochwertige Verarbeitung aus.
Der Uhren-Designer Heinrich Möller

Verantwortlich für die Uhrenentwürfe bei Kienzle war ab 1931 Heinrich Möller. Der gelernte Schreiner übernahm nach einer Weiterbildung an der Fachschule für Tischler in Blankenburg die Entwurfsabteilung bei der Deutschen Uhrenfabrik A.G. (DUFA). Nach dem Zusammenschluss der DUFA mit Kienzle (1931) übertrug man Heinrich Möller die Leitung der Entwurfsabteilung bei Kienzle. Diese Position übte er bis zu seinem Ruhestand 1970 aus.
Die Tierkreis-Uhr

„Ein Meisterwerk“, „ein Kleinod der Uhrmacherkunst“, so bewarb Kienzle seine Tierkreis-Uhr. Mit einem Preis von 300 Mark (1937) war sie die teuerste Tischuhr im Angebot. Der durchschnittliche Bruttoverdienst eines Arbeiters lag 1937 bei 82 Mark. Bis Mitte der 1960er Jahre, fast 30 Jahre lang, hatte Kienzle die Tierkreis-Uhr im Angebot. In diesem Zeitraum wurde das Gehäuse mehrfach überarbeitet.
Die Stil-Uhren der 1960er Jahre

Die 1960er-Jahre waren geprägt von neuen Technologien. Batteriewerke, bei denen die Antriebsfeder der Uhrwerke elektrisch aufgezogen wurde, kamen in großem Umfang zum Einsatz. Mit der Lichtuhr „Heliomat“ wurden ab 1963 auch zum ersten Mal Solarzellen zum Laden des Akkus eingebaut.
Die Stil-Uhren der 1970er Jahre

In den 1970er Jahren wurden die Batteriewerke um die Quarzuhrwerke erweitert. Die Gehäuseentwürfe differenzieren sich und Kienzle führt verschiedene Stil-Linien ein. „Kienzle Design“ für den modernen Geschmack und „Kienzle Antique“, mit klassischen Stilelementen.
Hochschule Furtwangen

1988 eröffnete die Hochschule Furtwangen in einem der ehemaligen Kienzle-Gebäude den neu errichteten Campus Schwenningen. Bereits 1986 hatte Kienzle seine Stammhäuser an das Land Baden-Württemberg und die Stadt Villingen-Schwenningen verkauft.
Ausstellung
Das Deutsche Uhrenmuseum präsentiert in seinem Workshop- und Aktionsraum, dem StattMuseum, die Ausstellung: „Kienzle Design-Uhren, Luxus aus Schwenningen“. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl der edlen Kienzle-Tischuhren, die zum Teil ein Vielfaches eines monatlichen Arbeiterlohnes kosteten. Die Ausstellung läuft bis Ende des Jahres.
Fotos: Matthias Hüttlin
Quelle der Katalogabbildungen: Archiv Deutsches Uhrenmuseum
weiterführende Informationen:
https://blog.deutsches-uhrenmuseum.de/2021/09/01/weltzeituhr-kienzle-hitler/
https://blog.deutsches-uhrenmuseum.de/2020/10/01/bauhaus-uhren/
https://blog.deutsches-uhrenmuseum.de/2022/11/01/deutsch-uhr-klang/
https://www.heimatmuseumschwarzwald.de/uhren/kienzle-uhrenfabrik/



















Bitte im Titel „Desing“ durch „Design“ ersetzen?
Vielen Dank für die aufmerksame Lektüre! Wir haben den Buchstabendreher gleich korrigiert.