Museum ohne Gäste

Update: Seit 19. Mai 2020 ist das Deutsche Uhrenmuseum wieder geöffnet!

Keine Besucher, keine Führungen, keine Aktionen mit Kindern: Der Alltag im Deutschen Uhrenmuseum sieht derzeit deutlich anders aus als sonst. Dieser Frühling verläuft völlig anders als während der letzten Jahrzehnte. Was tut ein Museum ohne Gäste?

Wir arbeiten natürlich weiter! Doch ohne Besucher gibt es natürlich einen großen Einschnitt in unserer Arbeit. Normalerweise würden jetzt, Mitte Mai, schon jede Woche Schulklassen und Reisegruppen zu uns kommen und wir könnten ihnen in spannenden Führungen unsere Sammlung zeigen. Jeden Tag um 11 Uhr würden wir eine öffentliche Führung ohne Anmeldung anbieten, um 14 Uhr dann eine Kurzführung durch unsere Sonderausstellung TICK TACK TRICK. Doch das alles wird es für längere Zeit nicht geben.

In der Sonderausstellung bleiben die Bildschirme nun erst einmal schwarz…

Im Moment bereiten wir uns auf die Wiederöffnung vor. Seit dem 6. Mai dürfen die Museen in Baden-Württemberg wieder öffnen. Doch bei uns wird es noch ein wenig dauern. Erst einmal muss ein Hygieneplan erstellt werden und alle Kolleginnen und Kollegen müssen damit vertraut gemacht werden. Daneben gibt es aber natürlich noch andere Aufgaben und die laufen auch während geschlossener Türen weiter.

Der Museumsshop wird umgestaltet, um mehr Abstand zu ermöglichen. Wie gut, dass die Verkaufsvitrinen alle beweglich sind.

Sammeln, Forschen, Bewahren, Vermitteln

Das sind die vier klassischen Aufgaben eines Museums. Und zumindest die ersten drei Bereiche werden wie bisher auch weitergeführt.

Die Arbeit für museum-digital läuft wie gehabt weiter. Stück für Stück wird unsere Sammlung digital verfügbar gemacht – eine Arbeit, die glücklicherweise auch aus dem Homeoffice möglich ist.

Ein wichtiges Forschungsprojekt ist gerade die Aufarbeitung der Memoiren des Uhrmachers Berthold Schneider. Einen Einblick in die Ergebnisse haben wir ja schon vor einigen Wochen veröffentlicht. Und sicher wird noch mehr dabei herauskommen.

Im Foyer entsteht ein “Leitsystem” für Besucher, um die Abstandsregeln besser umseten zu können.

Der Empfangsbereich ist gerade auch etwas umgestaltet. Noch ist er nicht sehr einladend, doch das ändert sich bald wieder. Hier unterstützen unsere Kolleginnen von der Kasse die Forschung, indem sie historische Firmenkataloge scannen. Eine zeitaufwendige Arbeit – doch einmal eingepflegt, sind die Kataloge zukünftig leichter zugänglich.

Scannen statt Tickets drucken: Die Arbeit an der Kasse sieht derzeit auch ganz anders aus als sonst.

In der Restaurierungswerkstatt können unser Restaurator und unser Uhrmacher natürlich nicht von zu Hause aus arbeiten. Aber Arbeit haben sie genug. Im Moment werden Leihgaben für eine Ausstellung in St. Märgen vorbereitet. Eine gute Gelegenheit zur Dokumentation von Objekten, die bisher im Depot geschlummert haben. Nur eine kleine Auswahl der Holzräderuhren:

Die Vermittlung ist im Moment wohl die schwierigste Aufgabe im Museum. Was tun, wenn keine Besucher kommen (dürfen)? Ohne Führungen, ohne Workshops für Kinder, ohne den direkten Kontakt zu den Menschen geht sehr viel verloren. Und anscheinend wollen viele Menschen auch lieber ins Museum als physischen Ort, während digitale Touren kein adäquater Ersatz sind. Also bereiten wir uns so gut wie möglich darauf vor, das Museum unter anderen Bedingungen als bisher wieder zu öffnen. Dafür müssen bestehende Angebote angepasst und unsere freien Kolleginnen und Kollegen für die neuen Umstände geschult werden.

Haben Sie Wünsche oder Anregungen? Was möchten sie gerne als erstes besichtigen, wenn die Museen wieder geöffnet haben? Wie können wir Sie zu Hause erreichen? Hinterlassen Sie uns doch einen Kommentar – wir freuen uns über Ihre Meinung!

 

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