„Wie soll unsere Stadt in Zukunft aussehen?“ Mit dieser Frage haben sich Projektgruppen aus zwei Furtwanger Grundschulen in diesem Jahr beschäftigt. Die Ergebnisse dieser kreativen Form von Stadtplanung sind ab sofort ausgestellt.
In der Ganztagesbetreuung gibt es abwechslungsreiche Angebote für die Schülerinnen und Schüler der ersten bis vierten Klasse. Auch das Deutsche Uhrenmuseum hat sich dieses Jahr mit einem Langzeitprojekt daran beteiligt. Der Grundgedanke: Die bekannte Stadt aus einer neuen Perspektive entdecken und sich überlegen, was man verändern möchte. Ganz konkret: Um welche Gebäude sollte Furtwangen erweitert werden?
Stadtplanung…
Seit Februar kommt (außerhalb der Ferienzeiten) wöchentlich eine Projektgruppe ins Deutsche Uhrenmuseum und arbeitet an Modellen ihrer Wunschgebäude. Die Vielfalt ist groß: Wohnhäuser und öffentliche Einrichtungen, Freizeitangebote und sogar ein neues Naturschutzgebiet sollten entstehen, wenn es nach dem Willen und den Ideen der Schülerinnen und Schüler geht.

Während echte Gebäude aus Ziegeln, Holz, Beton oder Glas gebaut werden, haben die Projektgruppen ihr Baumaterial von zu Hause mitgebracht: Verpackungen aus Plastik, alte Kartons, kleine Äste und Steine, kaputte Spielzeuge oder Dekorationen. Das Uhrenmuseum steuerte Farben, Klebstoff und hilfreiche Tipps zum Basteln bei.
…und Architekturgeschichte
Zukunft kommt auch aus der Vergangenheit. Deshalb ging es während der Projektzeit nicht nur darum, Visionen für die kommenden Jahrzehnte zu entwickeln, sondern auch den Blick zurück zu werfen und sich mit der historischen Bausubstanz Furtwangens zu beschäftigen.

Woraus wurden (und werden) Häuser gebaut? Welche Merkmale haben alte und moderne Gebäude? Wie stark oder wie wenig haben sich manche Orte in Furtwangen in den letzten 100 Jahren verändert? Diesen und weiteren Fragen gingen die Projektgruppen mit viel Enthusiasmus und Neugier nach. Museumspädagoge Robert Werner hat geduldig die zahlreichen Fragen beantwortet, die im Laufe des Projektes immer wieder aufkamen.
Zur Begleitung und Ergebnissicherung erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeweils ein kleines Heft, in dem die wöchentlichen Aufgaben festgehalten waren. Außerdem gab es darin Platz, um historische Ansichten und neue Bilder der besichtigten Gebäude einzukleben.
Kooperation in der Stadt
Für das Uhrenmuseum bietet das Projekt eine Möglichkeit, Bildungs- und Vermittlungsarbeit zu leisten, so lange die Ausstellung noch nicht wieder geöffnet ist. Für die Kinder gibt es neben viel Bewegung durch die Stadt und kreativem Basteln auch eine neue Perspektive auf die ihnen scheinbar bekannte Heimatstadt. Das alles war aber nur möglich durch die Unterstützung der Schulen, insbesondere des Hortes „Friedolin“, und die finanzielle Unterstützung der Stadt Furtwangen, welche die Kosten für die Programme übernommen hat. An dieser Stelle deshalb ein großes Dankeschön an alle Beteiligten und Unterstützer!
Ab sofort sind die bisherigen Projektergebnisse im Schaufenster der ehemaligen Parfümerie Herth in der Wilhelmstraße 2 in Furtwangen ausgestellt. Kommen Sie vorbei!
