„Das beste Alter ist jetzt!“. Eine Ausstellung über Zeit und Altern.

Von Januar bis März wird das StattMuseum Furtwangen zum Treffpunkt rund ums Älterwerden. Die interaktive KImAge-Ausstellung zeigt, wie vielfältig und lebendig Alter heute ist – eine Kooperation zwischen dem Forschungsprojekt KImAge an der Hochschule Furtwangen, der Stadt Furtwangen und dem Deutschem Uhrenmuseum.

Altern geht uns alle an. Und doch ist das Bild vom Alter in unserer Gesellschaft oft erstaunlich einseitig geprägt: Problembehaftet, rückwärtsgewandt, defizitorientiert. Kontraste bilden oft nur so genannte ‚Best Ager‘, die positiv überzeichnen. Wie aber sieht das Älterwerden im Alltag aus? Das Forschungsprojekt lädt Menschen ab 18 Jahren dazu ein, ihre ganz persönlichen Bilder vom Älterwerden fotografisch festzuhalten. Ob in der Familie, im Ehrenamt, im Vereinsleben oder in zufälligen Begegnungen auf der Straße: Wo taucht Alter im Alltag auf? Und wie wird es erlebt?

Die Ausstellung im StattMuseum zeigt erstmals eine Auswahl der bisher eingereichten Fotografien, ergänzt durch kurze Kommentare der Teilnehmenden. Gleichzeitig gibt sie Einblick in die wissenschaftliche Arbeit des Projekts: Wie werden Altersbilder erforscht? Warum sind sie gesellschaftlich so wirkmächtig? Und was verraten sie über unser Zusammenleben?Das StattMuseum versteht sich als Gastgeber eines öffentlichen Raums – eines Ortes, an dem Fragen von Zeit und Gesellschaft verhandelt werden können. Während der Renovierung des Deutschen Uhrenmuseums bespielen wir die ehemalige Apotheke am Markt und öffnen sie für neue Themen. Alter(n) ist eine der unmittelbarsten Formen gelebter Zeit: sichtbar in Körpern, Biografien, Arbeitswelten und sozialen Beziehungen. Deshalb ist KImAge für uns weit mehr als ein Forschungsprojekt – es ist ein Impuls, Zeit, Alter und gesellschaftlichen Wandel gemeinsam zu denken.

Die Forschungsergebnisse, auf die KImAge aufbaut, zeigen: Positive Altersbilder haben einen messbaren Einfluss auf Gesundheit und Lebensqualität. Menschen, die auch die Chancen und Ressourcen des Älterwerdens wahrnehmen, leben im Durchschnitt deutlich länger. Gleichzeitig interessiert das Projekt, wie unterschiedlich Altersbilder regional geprägt sind. Welche Perspektiven gibt es in Furtwangen? Wie unterscheiden sie sich von städtischen Räumen wie Stuttgart oder Freiburg – oder von Erhebungen in Österreich? Und wie verändern sich Sichtweisen je nach Altersgruppe?

All diese Fragen werden in der Ausstellung vermittelt – und bleiben bewusst offen für Diskussion. Begleitend zur Ausstellung finden deshalb verschiedene Austauschformate statt, die generationenübergreifende Begegnungen ermöglichen und das Thema Altersfreundlichkeit in der Region stärken sollen. Den Auftakt bildete ein runder Tisch am 15. Januar 2026.

Auch im städtischen Alltag ist KImAge präsent: An ausgewählten Donnerstagen und Samstagen im Januar ist das Forschungsteam auf dem Furtwanger Wochenmarkt anzutreffen. Parallel dazu öffnet im StattMuseum ein Marktcafé. Bei einem Heißgetränk lässt sich dort nicht nur die Ausstellung besuchen, sondern auch direkt mit den Forschenden ins Gespräch kommen. Immer donnerstags von 10-16 Uhr.

Am 5. März um 19 Uhr spricht Prof. Dr. Verena Klusmann-Weißkopf, Leiterin des Projekts KImAge, darüber, warum Altersbilder beeinflussen, wie lange wir leben – und lädt zum Dialog ein.

Wir freuen uns auf viele Begegnungen, Denkanstöße und Perspektiven. Und vor allem darauf, gemeinsam sichtbar zu machen, was in Furtwangen bereits da ist – und was noch wachsen kann.

Die Ausstellung läuft bis zum 31. März im StattMuseum Furtwangen, Friedrichstraße 3. KImAge wird gefördert von der Carl-Zeiss-Stiftung. Die Teilnahme am Projekt ist jederzeit online möglich unter https://kimage-hfu.de. Das Projektteam freut sich auf zahlreiche Altersbilder-Fotografien.

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