170 Jahre Deutsches Uhrenmuseum (Teil 2): 1945-2022

Fast alle aus unserer Region waren schon im Deutschen Uhrenmuseum Furtwangen, oft bereits zu Kindergarten-Zeiten.
Doch genau betrachtet, hat jede Generation ein anderes Uhrenmuseum erlebt, denn die Sammlung musste immer wieder umziehen. Ein Foto-Parcours durch die Zeiten ab 1945.

 

1874-1944 |  (s. Blogbeitrag  Teil 1). Die Historische Uhrensammlung war Teil einer ständigen Leistungsschau der Uhrenindustrie Furtwangens. Schon nach wenigen Jahren fand sich die Ausstellung in der Gewerbehalle in vielen Reiseführern zum Schwarzwald.

1945  | Unruhige Zeiten erfordern unkonventionellen Schutz
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs befreiten die französischen Truppen Furtwangen. Man munkelt, dass aus Angst vor Plünderungen  die Uhren in Privathaushalten versteckt wurden. Belege dafür gibt es aber keine.

1950er Jahre | Zurück in die historische Gewerbehalle Für die zurückgekehrten Stücke blieb die Unterbringung in der Gewerbehalle provisorisch: auf dem Gelände wurde von 1956-1958 die neue Staatliche Ingenieurschule errichtet. Eindrücke von der Baustelle im Sommer 1956:

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1955 | Gastspiel im Gasthaus Linde | Die Uhrensammlung zog 1955  ins benachbarte Gasthaus Linde, auf dem heutigen Robert-Gerwig-Platz, wo sie während der Bauzeit zugänglich blieb.

Provisorium 1956-58: Führung im Furtwanger Gasthaus Linde

1959 | Museumspavillon
1959 war es soweit: die Uhren erhielten wieder eine feste Heimat. Denn mit dem Ankauf des Geländes vom Gewerbeverein hatte sich die Ingenieurschule verpflichtet, die baufällige Gewerbehalle durch einen Museumsneubau, den markanten Pavillon als Anbau zur Ingenieurschule zu ersetzen.

Optisch leicht schwebt der neuerbaute Museumspavillon 1959 neben der Ingenieurschule.

1960er Jahre | Besuchermagnet in der Uhrenstadt

Foto: Bruno Krupp 1959

Immer mehr Touristen kommen in den Schwarzwald. Davon profitierte auch die Uhrensammlung, die sich in ihrer modernen Hülle zum Besuchermagneten entwickelte. 1961 zählte das Museum bereis 18.000 Besucher.

Dank Kraftpost und Bahn konnten die Sehenswürdigkeiten in einer einzigen Tagesfahrt bereist werden: Ein Klassiker war zum Beispiel eine Tour zu den Triberger Wasserfällen, weite Ausblicke von Schwarzwaldhöhen und die Historische Uhrensammlung Furtwangen mit Einkehr im Gasthaus.

Die Kraftpost ermöglichte Sonntagsausflüge für alle. | Foto: Willy Pragher 1957. (Staatsarchiv Freiburg. W 134 Nr. 048106a.)

1970er Jahre | 55.000 Besucher  (1971)   Das um weitere Räume der Fachhochschule erweiterte Museum erhielt eine neue, zeitgemäße Präsentation (1973).

Hoher Besuch im Museum. Museumsleiter Richard Mühe zeigt Regierungspräsident Hermann Person (3. und 2. v.r.) am 7.12.1976 die Planetariumsuhr von Philipp Matthäus Hahn.

1975 kauft das Land Baden-Württemberg die prunkvolle Uhrensammlung der Kienzle-Uhrenfabriken und übergibt sie dem Museum. 1978 erfolgte die Umbenennung in Deutsches Uhrenmuseum. | 115.500 Besucher (1978)

1980er Jahre | Zahlreiche Busse mit großen Reisegruppen steuerten das beliebte Ausflugsziel an. Dafür waren die Räumlichkeiten nicht ausgelegt. 1987 begann endlich die langersehnte Erweiterung des Museums.  | 137.000 Besucher (1986)  Das Modell (1988) zeigt den geplanten großzügigen Empfangsbereich (vorne) unter Einbeziehung der früheren Fassade des Pavillons (rechts oben):

1990er Jahre | Direkt neben der riesigen Baugrube ging 1991 der Museumsbetrieb weiter.

Der heutige Empfang steht vor der großen Wanduhr. | 120.000 Besucher (1990 und 1991)

Im ersten Jahr nach der Eröffnung stiegen die Besucherzahlen auf die Rekordmarke von 149.000 (1993).

1996 wurde der Eingang mit dem neu angelegten Robert-Gerwig-Platz nochmals aufgewertet. 118.000 Besucher (1996).

Einweihung der präzisen Bodensonnenuhr von Yves Opizzo im August 1999.
Sonderausstellung: „Die Erfindung der Weltzeit“, 2001

2000 | Mit dem Bau eines Raums für Sonderausstellungen fanden die Umbauten ihren vorläufigen Abschluss.

2000er Jahre | Nun stand die Dauerausstellung im Fokus. Sie wurde dem Forschungsstand entsprechend aktualisiert und vollständig umgearbeitet. Auch die Inneneinrichtung wurd angepasst. Sie ermöglichte den vielseitigen Betrieb mit Führungen, Sonderausstellungen, Veranstaltungen und Ferienprogrammen. 98.000 Besucher (2002).

2021 | 2. Nov 2020  – 17. Juni 2021 Corona-Lockdown.  Die landesweite Schließung der Museen drückt auch die Besucherzahlen auf ein historisches Tief.

Und heute?  Die Ansprüche an Museen haben sich in den letzten deißig Jahren seit der Fertigstellung des neuen Museumsgebäudes geändert. Eine umfassende Sanierung wird geplant. Wenn es soweit ist, können künftige Besucher wieder ein „neues“ Uhrenmuseum entdecken.

 

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