Die Zeit sichtbar machen …für Kinder

Kinder lernen die Uhr schon früh als wichtigen Gegenstand des täglichen Lebens kennen. Und noch bevor sie die Zeit ablesen können, wird ihnen beigebracht: Die Uhr ist rund, hat zwei Zeiger und einen Kreis aus Ziffern. Doch geht das auch anders? Könnten die Kleinen nicht auch spielerisch Uhr und Zeit entdecken? Teil 2 der Reihe “Die Zeit sichtbar machen…”

Eine Arbeitsgruppe der Abschlussklassen des Berufskollegs Produktdesign der GDS2 in Sindelfingen hat neue Anzeigeformen entwickelt, um das Konzept der Zeit kindgerecht darzustellen.

Das Modell von Selina Krüger veranschaulicht den Tagesablauf mit sich langsam gelb füllenden Feldern, die jeweils für eine Stunde stehen. Der rote Knopf unter den Feldern löst ein passendes Geräusch zum jeweiligen Feld aus. Damit können sich schon die Kleinsten mit der Einteilung des Tages spielerisch beschäftigen.

„Wir wollen mit unserer Uhr den Kindern die Zeit sichtbar machen. Die Uhr ist hauptsächlich für einen Kindergarten oder für eine Kindertagesstätte gedacht. Die Kinder werden mit unserem Produkt schon früh an die Uhr gewöhnt, sie sollen wissen, dass es eine Uhr gibt und diese die Zeit anzeigt. Die Konzeptidee ist es, dass die jeweiligen Uhrzeiten mit Tätigkeiten verbunden werden. Diese Tätigkeiten führen die Kinder im Laufe des Tages, in der Zeit in der sie betreut werden, durch. Dadurch erlernen sie langsam, aber sicher das Gefühl für die Zeit und wissen später auch, wie lang eine Stunde ungefähr dauert. Das Produkt soll für die Kinder ansprechend gestaltet sein. Die Kinder sollen langsam das Zeitgefühl erlernen und an die Zeit herangeführt werden. Unser Produkt ist selbsterklärend und bringt einen großen Lerneffekt mit sich. Unser Konzept ist auch darauf angelegt, den Kindern den Übergang in die Schule zu erleichtern.“

Beim Entwurf von Tamara Kopp füllt sich ein durchsichtiger Zylinder im Laufe einer Stunde gleichmäßig mit Wasser. Durch die Markierungen sollen die Kinder einen Bezug zu den Viertelstunden auf der Uhr herstellen. Der gleichmäßig ansteigende Wasserstand steht für die ebenfalls gleichmäßig verstreichende Zeit. Und zu jeder vollen Stunde rollt eine farbige Kugel die Murmelbahn herunter. Die Murmelbahn zieht in regelmäßigen Abständen die Aufmerksamkeit auf sich, die schon abgerollten Kugeln dienen als Erinnerung an die aktuelle Uhrzeit.

„Die Kinder unserer Zielgruppe sind im Alter von 3-6 Jahren. Sie befinden sich in der Entwicklungsphase, dort lernen sie unter anderem die Formen, Farben und die Zahlen kennen. Die Entwicklung von Kindern verläuft individuell. Jedes Kind soll die Möglichkeit haben, alters- und entwicklungsangemessen zu lernen. Deshalb wollen wir mit unserem Produkt erreichen, dass die Kinder individuell an die Uhr herangeführt werden. Dies erreichen wir mithilfe von Farben, Geräuschen und Bewegung. Sie können aktiv werden und die Uhr selber entdecken.“

Frühere Kinderuhren beschränkten sich meistens nur auf die Dekoration mit entsprechenden Motiven. Hier wird hingegen die ganze Zeitanzeige neu gedacht, um der Lebenswelt der Kinder entgegenzukommen.

 

Morgen folgt der dritte Teil unserer Serie mit neuen Entwürfen für Helfer im Alltag. Willkommen in der Zukunft!

 

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