Deutsche Uhrenstraße – immer dem Ticken nach

Auf fast 320 km verläuft die Deutsche Uhrenstraße durch den Schwarzwald und die östlich angrenzende Baar. Mit Höhenlagen von 250 m bis 1100 m eröffnen sich dabei immer wieder großartige Aussichten. Ob als Uhrenexperte oder mit dem Mountainbike: Auf dieser Strecke haben alle die Möglichkeit, Uhrengeschichte zu erfahren.

 

“Immer dem Ticken nach” führt die Deutsche Uhrenstraße durch die Gemeinden der Uhrenregion im Schwarzwald. So kann die Uhrenindustrie, oder ihre Vergangenheit, vor Ort aufgespürt werden. Auf der zugehörigen  Website werden daher Attraktionen gelistet, die auch für Einzelbesucher zugänglich sind. Einige Stationen möchten wir in loser Folge vorstellen:

Schramberg: Seit über 150 Jahren fertigt die Firma Junghans hier Uhren. Im historischen Fabrikgebäude an der Lauterbacher Straße befindet sich das Junghans Terrassenbau Museum. Mitten im 1. Weltkrieg wurde es vom Industriearchitekten Philipp Jakob Manz erbaut. Durch die stufenartige Anlage der Fabrik am Steilhang nach Nordosten stellte er sicher, dass das Tageslicht bestmöglich für die Feinarbeit in den Werkstätten genutzt werden konnte. Schon das sorgfältig restaurierte Gebäude selbst ist einen Besuch wert. Seit Ende 2018 ist es der Öffentlichkeit als Museum zugänglich: Zu sehen sind eine ausgesuchte Stücke der Firma Junghans und der Zulieferindustrien, außerdem eine Sammlung von Schwarzwalduhren. Der Werksverkauf der Uhrenfabrik gibt zum Abschluss einen Überblick über die aktuellen Junghans-Uhren.

Die kleine Gemeinde Lauterbach liegt nur etwa 2 km oberhalb der Uhrenfabrik. So Lauterbach Schwarzwald Kirchturmerstaunt es nicht, dass viele der Arbeiterinnen und Arbeiter bei Junghans dort ihre Heimat hatten. Die Uhrengehäusefabrik Neff vor Ort ist zwar Geschichte, doch der Rundgang durch das Dörfchen ist lohnenswert. Unterwegs läutet es 2 Uhr – mit Wiederholung – für alle, die beim ersten Mal nicht ganz mitzählen konnten – schlägt es 4 Mal. Im Gespräch mit Dagmar Fischer auf der Tourist-Info erfahren wir, dass das Schlagwerk der Pfarrkirche St. Michael nachts nicht abgestellt wird: um Mitternacht schlägt es 24 Mal! So viel Freiheit wird den Kirchtürmen heute selten zugestanden.

Nach aussichtsreicher Fahrt und einem Abstecher zum Aussichtsturm  auf dem Mooswaldkopf (879 m ü.M.) geht es Richtung Hornberg. Nun sind wir im Land der “weltgrößten Kuckucksuhren“, die wir im Blog schon genauer betrachtet haben. Sie liegen bei Hornberg, Triberg und Schonach. Die beiden letztgenannten Orte können mit Fug und Recht als heutige Hauptorte der Kuckucksuhren gelten. Unterhalb des belebten Trubels um Triberger Wasserfall und Uhrengeschäfte arbeitet der einzige Hersteller, der sowohl Werke als auch Gehäuse heute noch selbst anfertigt. In der traditionsreichen Uhrenfabrik Hubert Herr belegen Uhrmacher, Schnitzer und Gehäusefertigung verschiedene Etagen.

Eine Besichtigung ist hier nur mit Voranmeldung möglich, denn es ist eben kein Schaubetrieb. Doch die Uhren werden nicht nur in Übersee verkauft, sondern sie sind auch in den zahlreichen Uhrengeschäften vor Ort zu finden. Und die lassen wir uns natürlich nicht entgehen – damit klingt der Nachmittag hier beim Stöbern und Kaffeetrinken aus.

Verlauf Dt. Uhrenstraße im Schwarzwald
Verlauf der Deutschen Uhrenstraße

Am Café-Tisch werden wir noch einen Blick auf die Karte: Die Route umreißt die historische Uhrenregion des Schwarzwalds, dabei führt sie durch fünf Landkreise und 26 Gemeinden. Heute haben wir erst knapp den nördlichsten Teil der Route erkundet.

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