Abgelegen? Von wegen…

Zeichnung eines unbekannten Museumsgastes im Gästebuch des Deutschen Uhrenmuseums

Wer den Schwarzwald bereist, schätzt meistens die Naturlandschaft, die Wanderwege, die Ruhe und teilweise Abgeschiedenheit. Für viele Leute eine perfekte Urlaubsregion zum Erholen und Entspannen. Dass die Region ebenfalls eine reichhaltige Kulturlandschaft ist, können Touristen in den zahlreichen Museen erfahren. Von der Überraschung über diesen kulturellen Reichtum im sogenannten „ländlichen Raum“ zeugen die Einträge in unserem Gästebuch.

Dies ist ein Beitrag zur Blogparade #KulTourRaum – “Kultur und Kulturtourismus im ländlichen Raum” des Blogs Zeilenabstand und des Kulturnetzwerkes Kultur hoch N.

 

Was kann ein Uhrenmuseum “hinter den 7 Bergen” bieten?

Es stimmt schon, Furtwangen gehört mit seinen rund 9000 Einwohnern nicht gerade zu den pulsierenden Metropolen. Wer würde erwarten, dass ausgerechnet hier ein Museum mit einer der international bedeutendsten Sammlungen von Schwarzwalduhren zu finden ist? Vor allem aber, dass der Besuch hier nicht nur bildet, sondern vor allem Freude bringt und Spaß macht? Zumindest schreiben dies unsere Gäste in unser Gästebuch:

Ländlicher Raum hin oder her: Der ganz überwiegende Teil der Gästebucheintragungen sind positive Rückmeldungen. Ein Zeichen dafür, dass wir im Hinblick auf die Qualität unserer Museumsarbeit vieles richtig machen.

Einbindung in die weite Welt

Leider können wir nicht alle Kommentare aus unserem Gästebuch auch verstehen. Englisch und Französisch, Spanisch und Italienisch sind noch machbar. Aber Hebräisch, Japanisch oder Arabisch? Da sind wir überfragt. Vielleicht können Sie uns ja bei der Übersetzung helfen? Schreiben Sie uns doch einen Kommentar!

Der Schwarzwald ist schon seit Jahrhunderten durch den Uhrenhandel in globale Netze eingebunden: Ideen, Personen, Güter fanden ihren Weg in den Schwarzwald und in die Welt hinaus. Heute sind es Touristen, die aus aller Welt kommen, um ein „echtes Stück Deutschland“ mit seinen Traditionen und seiner Geschichte kennenzulernen. Die Schwarzwalduhren gehören nun einmal dazu – und deren Ursprünge liegen eben nicht in der Großstadt, sondern auf dem Land.

Wie kamen wir in den „ländlichen Raum“?

Furtwangen liegt im geographischen Zentrum der traditionellen Uhrmacherei im Schwarzwald. Hier wurde 1850 die erste staatliche Uhrmacherschule im deutschen Raum gegründet. Und mit der Uhrensammlung des Direktors Robert Gerwig, die er damals für diese Schule anlegte, begann auch die Geschichte unseres Museums.

Auch heute liegt Furtwangen eher abgelegen – ein Nachteil für unser Museum. Die klassischen Methoden der Besucherbindung, die in großen Städten gut funktionieren, sind hier nicht drin. Wie bekommen wir also neue Besucher? Wie machen wir effektiv Werbung? Was können wir bieten, um auch weiterhin attraktiv zu bleiben? Das sind Fragen, die wir uns immer wieder stellen und auf die wir immer neue Antworten finden müssen. Dafür wenden wir viel Zeit und Mühe auf. Ob es sich lohnt? Das werden erst die Rückmeldungen unserer Besucher in der Zukunft zeigen.

6 Kommentare zu „Abgelegen? Von wegen…

    1. Wir sind selbst immer wieder überrascht, aus welchen Teilen der Welt unsere Gäste kommen. Viele unserer Reisegruppen kommen aus Frankreich oder Spanien, deshalb stellen wir uns auch mit entsprechenden Sprachkompetenzen für unsere Führungen darauf ein. Schwieriger ist es da mit Reisegruppen aus anderen Teilen der Welt. Meistens können aber die jeweiligen Reisegruppenleiter Deutsch oder Englisch und übersetzen dann während der Führung.

  1. Vielen Dank, für diesen liebevollen Einblick hinter die Kulissen. Es ist spannend zu lesen, was eure Gäste so alles an Kommentaren hinterlassen. So ein toller Eintrag im Gästebuch ist oft Balsam für die aufgewühlte Seele des Marketingverantwortlichen. Auch ich arbeite an einem Museum im ländlichen Raum und kann es sehr gut nachvollziehen, wie viel Kraft und Ideenreichtum einfließen muss, um die Besucher anzulocken. Umso mehr freut es, wenn man dann solche Beiträge liest. Herzlichen Glückwunsch. Macht weiter so!

    1. Vielen Dank für das Lob! Manche Einträge im Gästebuch sind einfach nur eine Unterschrift, dass die jeweilige Person oder Familie da war. Aber tatsächlich beinhalten die meisten Kommentare (die wir lesen können) Lob, Überraschung, manchmal auch Poesie, Sinnsprüche oder kleine Zeichnungen. Die seltenen Kritikpunkte beziehen sich fast immer auf die Parkplatzsituation – die ist bei uns nämlich tatsächlich für private PKW etwas umständlich. Aber die Ausstellung selbst stößt meistens auf sehr positive Resonanz.

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