Wie werde ich Museumsführer?

Im Besucherservice und Führungsdienst ist man das „Gesicht“ des Museums. Begrüßung, Vermittlung, Betreuung und manchmal auch Einschreiten, wenn einzelne Museumsgäste sich schlecht benehmen – für Museumsführer gibt es viele verschiedene Aufgaben. Doch wie und wo kann man diese Tätigkeit lernen?

Ohne den Einsatz von rund zwanzig freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern würde der Betrieb im Deutschen Uhrenmuseum nicht funktionieren – schon gar nicht an 365 Tagen im Jahr. Damit es auch weiterhin genügend freie Arbeitskräfte im Museum gibt, organisierten wir zusammen mit der VHS Oberes Bregtal einen Kurs für Herbst und Winter 2018/19, bei dem die Grundlagen dieser Tätigkeit vermittelt wurden.

Gut gelaunt und motiviert…

Zehn hochmotivierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer aller Altersklassen haben im Oktober 2018 die Ausbildung zum Museumsführer begonnen. Zum Glück hielt diese Motivation auch die ganze Zeit über an. Dazu trug sicherlich das gute Gruppenklima bei – Freundlichkeit, Rücksichtnahme und gegenseitige Hilfe waren an der Tagesordnung. Zudem bringen mehrere Mitglieder des Kurses Fremdsprachenkenntnisse mit, die für uns außerordentlich wertvoll sind. Englisch, Französisch oder Spanisch werden zum Beispiel häufig gebraucht, um fremdsprachige Besuchergruppen durch unser Museum führen zu können.

…konzentriert und aufmerksam…

An zehn Terminen, die zum großen Teil im Deutschen Uhrenmuseum stattfanden, lernte die Gruppe das Museum, die Ausstellung und die Objekte kennen. Wissen um die Inhalte des Museums ist wichtig – aber mindestens genauso wichtig sind auch die Fertigkeiten „drumherum“. Wie gehe ich auf Besucher ein? Welche Erwartungen haben verschiedene Besuchergruppen an eine Führung? Wie verhalte ich mich an der Kasse? Und wie konzipiere ich aus der unüberschaubaren Fülle von Informationen eine einstündige Führung? Noch dazu: Wie präsentiere ich das alles, ohne dass die Führungsgäste sich langweilen? All das stand auf der Tagesordnung.

…folgt die Gruppe den Ausführungen der Coaches Renate Kircher und Gerd Hendel.

An zwei Terminen haben uns die Coaches von „Cosmopolitan Sevices“ unterstützt. Das Ehepaar Renate Kircher und Gerd Hendel ist bereits seit über zwanzig Jahren in der Ausbildung von Gästeführern aktiv. Sie zeigten den Kursteilnehmern ihre Stärken auf, die sie später in den Umgang mit Museumsgästen einfließen lassen können, und gaben wertvolle Rückmeldungen und Tipps für eine gelungene Führung.

 

Kursgruppe und Ausbilder hören aufmerksam zu, als eine Station des Rundgangs von einem Teilnehmer vorgestellt wird.

Am vergangenen Freitag war der letzte Gruppentermin, an dem die individuellen Schwerpunkte und Führungskonzepte vorgestellt wurden und letzte Fragen geklärt werden konnten. Nun stehen die Probeführungen an, in denen die Gruppenmitglieder die erworbenen Kenntnisse umsetzen müssen und damit zeigen können, was sie gelernt haben. Wenn sie diese Probeführung bestehen, können sie im Anschluss bei uns arbeiten und Führungen geben. Und wer weiß: Vielleicht lernen Sie ja bei einem Besuch unseres Museums einen unserer neuen Kollegen kennen?

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