Zweimal im Jahr sind Tag und Nacht sind gleich lang – so auch am 23. September. An einigen Orten lässt sich dieses astronomische Ereignis besonders eindrucksvoll erleben.
Dazu schlagen wir heute drei Reiseziele vor. Alle drei haben ein UNESCO-Siegel und sind in Teilen sogar virtuell erlebbar.
Malta: Wenn die Sonne den Tempel erhellt
Mehr als 5.000 Jahre sind die Megalithtempel von Mnajdra an der felsigen Südküste Maltas alt – und noch heute lässt sich dort beobachten, wie genau ihre Erbauer den Lauf der Sonne kannten.
Tempelportal von Mnaidra, Malta. Foto Heritage Malta, Hagar Qim and Mnajdra Archaeological Park.
Zur Tagundnachtgleiche geht die Sonne exakt vor dem Eingang des Tempels auf. Ihre Strahlen dringen durch das Portal im Osten und erhellen die zentrale Achse des Heiligtums. Wenn dann die ersten Sonnenstrahlen in den steinzeitlichen Bau fallen, fasziniert dieser Ort längst nicht nur Archäologen.
Zur Herbst-Tagundnachtgleiche öffnet der archäologische Park dieser UNESCO-Stätte öffnet schon kurz vor Sonnenaufgang – Anmelden und früh Aufstehen lohnt sich!
Mexiko: Kukulkán steigt vom Himmel

Chichén Itzá, Pyramide El Castillo, Foto Hugo Leroy
Die Maya-Stadt Chichén Itzá auf der Halbinsel Yucatán hatte ihre Blütezeit vom 8. bis 11. Jahrhundert n.Chr. Bei der berühmten Pyramide El Castillo in geht es weniger um die Sonne als um ihren Schatten. Zur Tagundnachtgleiche erzeugt die tief stehende Sonne eine Linie dreieckiger Schattenfelder entlang der Treppe. Gemeinsam mit einem steinernen Schlangenkopf am Fuß der Pyramide entsteht der Eindruck, eine gewaltige Schlange schlängele sich die Stufen hinab. Das Schauspiel wird mit Kukulkán, der gefiederten Schlange der Maya, verbunden und inzwischen jedes Jahr etliche Besucher an.
Die vorgestellten Stätten in Malta und Mexico sind in einem zeitlichen Abstand von mehreren Jahrtausenden errichtet. Beide Anlagen erfüllten kultische Zwecke, über die wir tatsächlich wenig wissen. Und sie hatten auch kalendarische Funktionen: Die Kenntnis des Jahreslaufs war für die Landwirtschaft und damit für das Leben dieser Gesellschaften von zentraler Bedeutung.
Für alle, die die Tagundnachtgleiche nicht am 23. September wahrnehmen können, haben wir einen wunderschönen Nachzügler-Tipp:
Schweiz: Der Sonnenstrahl durchs Martinsloch
Hier haben keine Menschen nachgeholfen: Hoch über dem Dorf Elm im Kanton Glarus befindet sich in den Tschingelhörnern in 2600 m ü. M. ein gewaltiges natürliches Felsenfenster: das Martinsloch.


Zweimal im Jahr steht die Sonne so, dass ihre Strahlen durch die rund 20 Meter große Öffnung fallen und das noch im Bergschatten liegende Dorf erleuchten. Dies geschieht jeweils wenige Tage nach der Tagundnachtgleiche. Am 29. September 2026 soll der Lichtstrahl gegen 9.29 Uhr genau die Kirche von Elm treffen. Nur etwa 2 Minuten dauert das Schauspiel. Danach verschwindet die Sonne wieder – bis sie wenig später über dem Gebirgskamm aufgeht.
Internet-Links zum virtuellen Erleben:
1) Malta | Mnajdra Archaeological Park | Heritage Malta
Virtuellen Rundgang öffnen: https://heritagemalta.mt/mt/explore/hagar-qim-and-mnajdra-archaeological-park
2) Mexico, Chitzen Itza, 3D-Modell öffnen: https://chichenitza7.com/es/chichen-itza-en-3d/
3) Schweiz Martinsloch, Film und Fotos öffnen:
https://www.martinsloch.ch/fotos-und-filme/
Aufgrund der Museumssanierung ist unsere Boden-Sonnenuhr von Yves Opizzo derzeit leider nicht zugänglich. Das haben wir zum Anlass genommen, nach weiteren besonderen Orten Ausschau zu halten – und daraus ist dieser Blogbeitrag entstanden.
