Die Restaurierung der Kunstuhr von August Noll

Nach über 65 Jahren, seit dem Neuaufbau der Kunstuhr (1957-1959) durch Ernst Blessing, wird sie einer umfassenden Restaurierung unterzogen. Die Arbeiten am Gehäuse wurden jetzt im Dezember abgeschlossen. Als nächster Schritt erfolgt die Bearbeitung der mechanischen Werke.

Die Kunstuhr von August Noll aus dem Jahre 1885. In dem 3 Meter breitem und 3 Meter hohem hölzernen Gehäuse sind viele astronomische Angaben und Automaten eingebaut.
Astronomische Kunstuhr von August Noll aus dem Jahre 1885 (Größe ca. 3 m × 3 m)

Ein Beitrag von Dipl. Rest. Matthias Hüttlin (FH), Deutsches Uhrenmuseum, Furtwangen

Das Ziel der Restaurierung ist, die Kunstuhr für die Wiederaufstellung in der Dauerausstellung des Uhrenmuseums vorzubereiten. Die Maßnahmen umfassen die Reparaturen von Schäden am Gehäuse und den Automaten sowie die Restaurierung der Fassade. Die Arbeiten an der Uhr erfolgen in einer provisorischen Werkstatt, die für die Dauer der Gebäudesanierung des Uhrenmuseums eingerichtet wurde.

Der Zustand des Gehäuses vor der Restaurierung

Das Gehäuse der Kunstuhr von August Noll aus dem Jahre 1885 nach der Demontage der mechanischen Uhrwerke und Figurenautomaten. Der Zustand vor der Restaurierung der Holzoberfläche.
Das Gehäuse vor den Restaurierungsmaßnahmen

In den 1980er Jahren erfuhr das Gehäuse eine umfassende Überarbeitung; in diesem Zuge erhielt die Fassade einen Anstrich mit dunkelbrauner Lasur. Durch das Abreißen einiger der bis zu 32 kg schweren Antriebsgewichte wurde der Gehäuseboden durchschlagen und ist deshalb heute schwer beschädigt.

Das Restaurierungskonzept für die Fassade

Historische Aufnahme der Kunstuhr aus den 1960er Jahren; Foto: Maier, Furtwangen

Im Zuge der Restaurierung wird das Erscheinungsbild auf den ursprünglichen Entwurf von Ernst Blessing zurückgeführt. Als Blessing das neue Gehäuse für die Kunstuhr fertigte, hat er für die Vergoldungen an der Fassade kein Blattgold – wie einst der Erbauer August Noll – aufgelegt, sondern eine Bronzefarbe aufgetragen. Heute ist diese Bronzefarbe durch Korrosion dunkelbraun bis grünlich angelaufen und kaum noch zu erkennen. Die historische Aufnahme zeigt diese Goldimitation im Zustand der 1960er Jahre.

Die später aufgebrachten Überzüge der Holzoberflächen werden entfernt, anschließend erfolgen eine Neubeschichtung der Holzoberflächen und die Wiederherstellung der Vergoldungen.  An einer einzigen Stelle, am Turm des Glöcknerautomaten, konnte noch die originale Vergoldung aus der Zeit von August Noll festgestellt werden. Diese Vergoldung bleibt erhalten (siehe Bildergalerie).

Die Maßnahmen am Gehäuse

Der Restaurator reinigt die Holzoberfläche der August Noll Uhr. Die große astronomische Kunstuhr, wurde im Jahre 1885 erbaut.
Arbeiten am Gehäuse der August Noll Uhr (Abnahme der Bronzefarbe)

Als erste Maßnahmen der Restaurierung wurden die Arbeiten am Gehäuse durchgeführt: Die Oberflächen wurden gereinigt bzw. die Überzüge ausgedünnt, die Bronzierung entfernt und alle losen Teile neu verleimt. Danach konnte die Neubeschichtung der Holzoberfläche erfolgen. Weil der Boden und die Verstrebung entscheidende Bedeutung für die Stabilität der Uhr besitzen, wurden diese beschädigten Holzelemente enfernt und neu gefertigt.

Das Gehäuse nach der Restaurierung

Das Restaurierute Gehäuse der astronomischen Kunstuhr. Das Gehäuse ist noch leer, die Uhrwerke müssen noch eingebaut werden.
Das Gehäuse der astronomischen Kunstuhr von August Noll, nach der Restaurierung

Die Arbeiten am Gehäuse sind nun nahezu abgeschlossen. Im nächsten Schritt erfolgen die Arbeiten am Uhrwerk und an den Figurenautomaten. Um die Arbeiten am Gehäuse noch einmal zu verdeutlichen, sind in der Bildergalerie einige Vorher-Nachher-Vergleiche zusammengestellt.

 

Informationen zur Kunstuhr von August Noll: https://bawue.museum-digital.de/object/58170

Fotos: Matthias Hüttlin, Deutsches Uhrenmuseum, Furtwangen

Historische Aufnahme: A. Maier, Furtangen, um 1965

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