Stroh zu Gold flechten?

Schwarzwalduhr mit Darstellung einer Strohflechterin (Ausschnitt).

Eine Uhr, dekoriert mit Strohbändern und dem Bild einer Strohflechterin, die in ihrer Sonntagstracht arbeitet – schon um 1900 war das ein nostalgisches Erinnerungsstück an die „gute alte Zeit“. Doch was hatte es mit der Strohflechterei im Schwarzwald auf sich? Und war die alte Zeit wirklich so gut?

 

 

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Renaissance 2.0

Galvanoplastische Kopie einer Tischuhr von Jeremias Metzker (Augsburg 1564), Inv. 33-2177.

Wirtschaftswachstum und Börsencrashs, Fortschrittsglaube und Traditionsbewusstsein, alte und neue Eliten. Das gab’s schon früher! Drastische Veränderungen prägten auch das 19. Jahrhundert und viele suchten Halt und Orientierung in der Vergangenheit. Sinnbildlich hierfür steht die Uhr: Das galvanoplastisch kopierte Gehäuse ist mit damals modernen Produktionsmethoden hergestellt. Das Design entspringt jedoch der Renaissance.

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Glanzstücke im Deutschen Uhrenmuseum (Teil III)

Junghans Weckermädchen, 1920er Jahre.

Immer wieder werden wir nach besonderen Uhren gefragt, die man im Deutschen Uhrenmuseum unbedingt gesehen haben sollte. Aus diesem Grund gibt es die „Zwölf Glanzstücke“. Einige unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen stellen hier ihren Favoriten vor. Manuela Lübben-Konstantinoff, Museumspädagogin im Deutschen Uhrenmuseum, hat sich für die Wecker-Mädchen entschieden und erzählt uns heute, warum.

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Eins und dreimal acht: Drei Kaiser an der Macht

Kastenuhr mit Glasschild „Drei Kaiser“, Schwarzwald, um 1890, Inv. 2018-002

Das Jahr 1888 ging als „Dreikaiserjahr“ in die Geschichtsbücher ein, in dem drei Deutsche Kaiser herrschten: Im März starb Wilhelm I., der erste Deutsche Kaiser. Sein Nachfolger, Friedrich III., starb nach 99 Tagen, so dass Wilhelm II. an die Macht kam. Alle vereint sind sie auf unserem Objekt des Monats April 2018 dargestellt.

 

 

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Glanzstücke im Deutschen Uhrenmuseum (Teil II)

Deutsche Reichskolonialuhr, Badische Uhrenfabrik, Furtwangen, um 1905.

Was hat es mit der Reichs-Kolonial-Uhr auf sich?
Immer wieder werden wir nach besonderen Uhren gefragt, die man im Deutschen Uhrenmuseum unbedingt gesehen haben sollte. Aus diesem Grund gibt es die „Zwölf Glanzstücke“.
Einige unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen stellen hier ihren Favoriten vor. Unser Museumspädagoge Robert Werner hat die Reichs-Kolonial-Uhr als sein liebstes Stück gewählt.

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Pustekuchen!

„The Pneumatic Timer“, T. Mayhew & Co., New York City um 1875, Inv. 2016-047

Stolz ließ sich Theophilus Mayhew 1875 eine „nützliche Verbesserung im Bereich der Zeiterfassungsinstrumente“ patentieren. Seine Erfindung war eine Stoppuhr, die man ohne Hände bedienen konnte. Besonders praktisch sei das für Reiter oder Ruderer – eben Sportler, die ihre Hände benötigen, erklärte Mayhew. Doch wie funktionierte das?

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Glanzstücke im Deutschen Uhrenmuseum (Teil I)

Astronomisch-geographische Kalenderuhr von Thaddäus Rinderle.

Was haben eine Kirchturmuhr von 1775 aus Breisach, eine astronomisch-geographische Uhr von Pater Rinderle, eine Türmchenuhr von Michael Wagner und die älteste Schwarzwalduhr gemeinsam? Sie zählen zu den zwölf „Glanzstücken“ des Deutschen Uhrenmuseums. Die astronomisch-geographische Uhr von Pater Thaddäus Rinderle gehört zu den originellsten Schöpfungen der so genannten Priestermechaniker. Dr. Johannes Graf, der stellvertretende Direktor und wissenschaftliche Mitarbeiter des Uhrenmuseums, hat sie als sein persönliches „Glanzstück“ gewählt.

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Auch für den „Erzfeind“ interessant

Zünder für 8,8 cm FLAK-Geschosse, Junghans, 1945

Während der Zeit des Nationalsozialismus und besonders im Zweiten Weltkrieg fanden grundlegende Umstrukturierungen in der deutschen Wirtschaft statt. Unternehmen wurden nach ihrer Kriegswichtigkeit beurteilt. Unternehmenszweige, die nicht der Kriegswirtschaft dienten, wurden teilweise nahezu stillgelegt – so auch im Schwarzwald und in der Rheinebene. Dieses Gebiet entwickelte sich zu einem der Kerngebiete der deutschen Zünderproduktion. Auch die Schramberger Uhrenfabrik Gebrüder Junghans AG spielte dabei eine bedeutende Rolle.

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Das Pferd von hinten aufzäumen

Lackschilduhr mit gespiegeltem Zifferblatt und rückwärtsgehenden Zeigern, Mitte 19. Jahrhundert.

Erkennen Sie, wie spät es ist? Nein, nicht neun Minuten nach Zehn! Bei genauerem Betrachten der Uhr wird klar: Die Zeiger laufen gegen den Uhrzeigersinn, also rückwärts. Da aber das komplette Ziffernblatt spiegelverkehrt aufgemalt wurde, läuft die Uhr insgesamt doch vorwärts. Doch was ist der Sinn einer spiegelverkehrten Uhr? Ist sie ein Scherzartikel oder hat sie eine nützliche Funktion?

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Uhrmacher plant Kirchenbau

Lackschilduhr mit Darstellung der „Kath. Nothkirche Furtwangen“.

1875 plante der Furtwanger Uhrmacher Irenäus Eschle den Bau einer Kirche. Doch warum? Zu dieser Zeit tobte im Deutschen Reich ein erbitterter Streit zwischen katholischer Kirche und Staat. Im „Kulturkampf“ diskutierte man die Fragen, ob der Papst unfehlbar sei und wie viel Einfluss die Kirche im Staat ausüben durfte. Dies teilte auch Furtwangen in zwei Lager.

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